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Hamed Abdel-Samad: Schlacht der Identitäten

Donnerstag, 24 Juni, 2021 - 19:00

Online-Gespräch und Diskussion
mit dem Autor und Aktivisten über seine neuesten
"20 Thesen zum Rassismus und
Wie wir ihm die Macht nehmen
".

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Das ist der Titel des Buches von Hamed Abdel-Samad, das vor Kurzem bei dtv erschienen ist.
Der Autor hat Rassismus erlebt: In Ägypten wurde er als hellhäutiger Kreuzritterbastard denunziert, in Deutschland ist manchen seine Haut zu dunkel, sein Name anderen zu muslimisch. Dieses Buch ist die Analyse eines durch Globalisierung, Migration und Vorfälle in den USA auch hierzulande angeheizten Themas. Die Radikalität der Debatte, die in Deutschland weit über das Thema Rassismus hinaus Fragen von Identität, Zugehörigkeit, Rederecht und Redeverbot behandelt, droht die Gesellschaft tief zu spalten. Abdel-Samad sucht die Auseinandersetzung zu rationalisieren und zeigt im Individualismus einen Ausweg aus der zwanghaft identitätsfixierten Zugehörigkeitsdebatte.In der „Jenaer Erklärung“ anlässlich einer Fachtagung der Universität Jena im August 2019 wird festgestellt: Die Einteilung der Menschen in Rassen war und ist zuerst eine gesellschaftliche und politische Typenbildung, gefolgt und unterstützt durch eine anthropologische Konstruktion auf der Grundlage willkürlich gewählter Eigenschaften wie Haar- und Hautfarbe. Diese Konstruktion diente und dient eben dazu, offenen und latenten Rassismus mit angeblichen natürlichen Gegebenheiten zu begründen und damit eine moralische Rechtfertigung zu schaffen.

Unser Referent:
Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 bei Kairo, studierte Englisch, Französisch, Japanisch und Politik. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islam-wissenschaften der Uni Erfurt und am Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Uni München. Abdel-Samad war Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Wegen seiner Tabubrüche wurde 2013 eine offizielle Fatwa gegen ihn verhängt, seither lebt er unter permanentem Polizeischutz. Seine Bücher sind allesamt Bestseller.

In der Jenaer Erklärung anlässlich einer Fachtagung der
Uni Jena wird zum Thema „Rassismus“ festgehalten:
Die Einteilung der Menschen in Rassen war und ist  
zuerst eine gesellschaftliche und politische Typenbildung,
gefolgt und unterstützt durch eine anthropologische
Konstruktion auf der Grundlage willkürlich gewählter
Eigenschaften wie Haar- und Hautfarbe.  
Diese Konstruktion diente und dient eben dazu,  
offenen und latenten Rassismus mit angeblichen  
natürlichen Gegebenheiten zu begründen und damit
eine moralische Rechtfertigung zu schaffen.

Veranstalter:
Hochschulgruppe Säkularer Humanismus Erlangen-Nürnberg &
Bund für Geistesfreiheit (bfg) Erlangen, K.d.ö.R.

Weitere Links:
SWR1-Talk vom 5.5.21 mit Hamed Abdel-Samad (37') - verfügbar im Audio- und Videoformat
taz-Talk mit Hamed Abdel-Samad (59')