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Wer sind die sog. "Corona-Rebell*innen"? - Kurzer Vortrag des Politologen Paul Kleiser

Zuletzt aktualisiert von presse am 2. November 2020 - 12:00
Paul Kleiser - Foto: Michael Geyer

Am 31. Oktober 2020 hat der Bund für Geistesfreiheit München (bfg München) seinen 150. Geburtstag im EineWeltHaus gefeiert.
Von Beginn an war eine der Hauptforderungen der Organisation die Trennung von Kirche und Staat. Heute macht sich der bfg München zudem stark für die Bewahrung der Grund- und Menschenrechte sowie Frieden und Abrüstung. Er setzt sich ein für ein selbstbestimmtes Leben und für die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse unter Beachtung ethischer Kriterien.

Auf der Geburtstagsfeier sprachen Referent*innen zu den verschiedensten Themen. Eine Frage, mit der sich die meisten in den letzten Monaten schon mal beschäftigt haben dürften, war dann auch: Wer sind eigentlich die sog. "Corona-Rebell*innen"? Was treibt diese Menschen an, auf "Querdenker*innendemos" zu gehen? Der Politologe Paul Kleiser hat sich damit auf dem Fest im EineWeltHaus auseinandergesetzt.
Für ihn setzen sich die Corona-Rebellen aus ganz verschiedenen Gruppen zusammen, von denen viele säkularisierten Glaubensvorstellungen anhängen. Mit dabei Verschwörungstheoretiker*innen, Antisemit*innen, Esoteriker*innen, Anhänger*innen von Rudolf Steiner, Neofaschist*innen und das gesamte rechtsextreme Lager. Kleiser sieht bei den Corona-Rebell*innen insgesamt eine "Mischung aus Irrationalismus und rechten bis rechtsextremen Bestrebungen" und warnt "alle in Richtung Emanzipation arbeitende Menschen davor, sich ihnen anzuschließen". Der Politologe schloss seinen Vortrag mit den Worten des Kirchenkritikers Karl-Heinz Deschner: "Je größer der Dachschaden, um so freier der Blick zum Himmel."