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Katholische Kirche und sexualisierte Gewalt

Zuletzt aktualisiert von bfg Erlangen am 12. Mai 2020 - 19:52
Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, Fulda, September 2019 (dpa/Frank Rumpenhorst)

Unter dem Titel "Die Blockade der Bischöfe" sendete der Deutschlandfunk am 5.5.2020 ein beachtenswertes Feature:
Warum hat bisher kein katholischer Bischof in Deutschland persönliche Konsequenzen aus vielfacher sexualisierter Gewalt durch Geistliche gezogen? Ein Kardinal erzeugt wissentlich einen völlig falschen Eindruck. Auch Hoffnungsträger mauern. Aber es gibt Insider, die erzählen.

Der tausendfache Missbrauch ist seit Herbst 2018 klar. Sämtliche deutsche Bischöfe wussten Bescheid. „Zu behaupten, sie hätten es nicht gewusst, ist eine Schutzbehauptung!“, erklärt ein gut informierter Kirchenrechtler.

Einige Täter sind mittlerweile namentlich bekannt, auch ein vor Jahrzehnten verstorbener Bischof wird bezichtigt.

Hoch geachtete deutsche Kirchenführer zeigten eine erschreckende Kälte gegenüber den Betroffenen. Bischöfe und Kardinäle äußerten Scham, Konsequenzen hatten sie nicht zu tragen. Anders als in Ländern wie Frankreich, wo der ranghöchste katholische Würdenträger wegen Nichtanzeige sexueller Gewalt vor Gericht stand.