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Kabarettist Holger Paetz auf der Gedenkveranstaltung anlässlich des Fünften Jahrestags des Attentats auf "Charlie Hebdo"

Zuletzt aktualisiert von presse am 11. Januar 2020 - 12:33
Holger Paetz in der Kulturbühne Hinterhalt - Foto: Andrea Weber

Wie jedes Jahr fand auf Initiative des Bundes für Geistesfreiheit München am 7. Januar, dem Jahrestag des Attentats auf Charlie Hebdo, eine Gedenkveranstaltung statt. Damit möchten wir an die Opfer des Attentats auf die Satirezeitschrift am 7. Januar 2015 in Paris erinnern, bei dem neun Mitarbeiter der Zeitschrift und ein Personenschützer kaltblütig ermordet wurden. Neben dem Kabarettisten HG Butzko und dem Cartoonisten Michael Heininger war am 7. Januar 2020 in der Kulturbühne Hinterhalt in Geretsried war auch der Kabarettist und Lyriker Holger Paetz mit dabei.

Paetz präsentierte Ausschnitte aus seinem satirisch-politischen Jahresrückblick "So schön war's noch selten" und räsonierte dabei über Politisches und Alltägliches, über die Orientierungslosigkeit der CSU, den Niedergang der SPD oder kritisierte die fehlende strafrechtliche Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche: "Ein Pfadfinderverein, der sich solche Sachen geleistet hätte, der wäre schon lang dicht gemacht worden." Die in der Missbrauchsdebatte an den Tag gelegte Verlogenheit der Kirchen fasste er treffend mit den Worten zusammen: "Würdenträger des Glaubens tragen gern dunkle Gewänder, nur oben am Halse blitzt etwas Helles, es ist der Rest der weißen Weste." Dass Joseph Ratzinger, der ehemalige Papst Benedikt XVI., versucht hat, die Schuld am Missbrauch von Kindern durch katholische Priester, den 68ern in die Schuhe zu schieben, kommentierte Paetz so: "Wenn dieses Kopfschütteln nicht bald vergeht, muss ich morgen zum Orthopäden." Hier eine kurze Kostprobe zum Nachhören: