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Aufforderung ans Europa-Parlament zur Streichung der europäischen Blasphemiegesetze

Zuletzt aktualisiert von bfg Erlangen am 18. April 2018 - 16:04
Delegierte nicht-religiöser Organisationen aus ganz Europa waren bei der Veranstaltung im EU-Parlament am Mittwoch, dem 11. April, vertreten

Die Internationale Humanistische und Ethische Union (IHEU), deren Mitglied auch der bfg Erlangen ist, hat ein jährliches Treffen nicht-religiöser Organisationen im Europäischen Parlament zum Anlass genommen, die Europäische Union und ihre Mitglieder aufzufordern, ihre Blasphemie-Gesetze aufzuheben.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Vertretern anderer humanistischer und nicht-religiöser Organisationen nutzte der IHEU-Generaldirektor Gary McLelland die einzigartige Chance zum Dialog mit hochrangigen Diplomaten, Beamten und Mitgliedern des Europäischen Parlaments. McLelland hob die Fortschritte hervor, die der Europäische Auswärtige Dienst bei der Anerkennung der Bedeutung der Ausbildung seiner Botschafter für das Menschenrecht auf Religions- und Glaubensfreiheit beimisst, ebenso wie die Gelegenheit der IHEU, den Sondergesandten zur Förderung der Religions- und Glaubensfreiheit außerhalb der EU, Jan Figel, auf dieses Thema einzuschwören.

McLelland gab einen Überblick über die aktuelle weltweite Verfolgung von Humanisten und Atheisten, einschließlich der eigenen Einschätzung der IHEU, dass 84 Staaten derzeit eine "schwere" Diskriminierung gegenüber den Nicht-Religiösen zeigen. McLelland verwies auch auf eine Reihe von Personen, die wegen Gewalt angeklagt und wegen "Blasphemie" verfolgt worden waren.

In Anerkennung der Tatsache, dass Europa einer der fortschrittlichsten Orte der Welt für "Religions- und Glaubensfreiheit" ist, hat McLelland eine leidenschaftliche Bitte an das Europäische Parlament gerichtet, die EU-Mitgliedsstaaten dazu aufzufordern, ihre Blasphemie-Gesetze aufzuheben, um moralische Führung gegenüber dem Rest der Welt zu zeigen.


Im Rahmen der Tagung überreichte IHEU-Generaldirektor Gary McLelland der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Mairead McGuinness, eine Kopie des IHEU-Jahresberichts zur internationalen Glaubens- und Gedankenfreiheit.

Gary McLelland, Chief Executive von IHEU, sagte nach der Veranstaltung in Brüssel:
    "Wir sollten nicht so tun, als ob Blasphemiegesetze in Europa ein ernsthaftes Risiko für das Leben von Humanisten und Atheisten darstellen, wie es an anderen Orten auf der Welt der Fall ist. In einigen Staaten, unter anderem in Griechenland und Italien, besteht jedoch weiterhin ein ernsthaftes Strafrisiko. In Europa gibt es eine Chance, die Initiative zu ergreifen, moralische Führung für den Rest der Welt zu zeigen und alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aufzufordern, ihre Blasphemie-Gesetze aufzuheben.
    Lasst uns mehr beitragen als nur Worte, lasst uns diese ernsthafte Geste an Staaten auf der ganzen Welt richten; Blasphemiegesetze sind nicht akzeptabel und sollten jetzt aufgehoben werden."

Anmerkungen:
Weitere Informationen über die Kampagne der IHEU gegen Blasphemiegesetze und Einzelheiten zu den europäischen Ländern (einschließlich EU-Mitgliedstaaten), die noch Blasphemiegesetze haben, finden Sie unter: end-blasphemy-laws.org/countries/europe/
Die Dialogsitzung wurde von der IHEU-Schwesterorganisation in Europa, der European Humanist Federation, organisiert.
Gary McLellands Originalbericht von der Tagung finden Sie hier.