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Vortrag mit Lesung: „Martin Luther und die Juden“

Donnerstag, 21 September, 2017 - 19:00 bis 21:00

Bekannt und auch von den lutheranischen Kirchen nicht  mehr geleugnet wird Martin Luthers Ablehnung der  Juden. In welchem Ausmaß sich der Reformator als  judenfeindlicher Agitator betätigte, gilt als umstritten.  Zwar distanzieren sich die Protestanten inzwischen  offiziell von Luthers Judenhass. Doch zugleich wird  dieser relativiert durch Verweis auf die damalige Zeit.

In dieser Veranstaltung  liest der Politikwissenschaftler  Michael  Kraus aus der kommentierten  Ausgabe  von Martin Luthers  Hetzschrift „Von den  Juden und ihren  Lügen“ (Januar 1543).  Darin fordert Luther  die Vertreibung und  Vernichtung aller Juden  aus Deutschland.  Kraus ordnet zugleich  Luthers Haltung zu den  Juden im Vergleich zu  dessen bedeutendsten geistigen Zeitgenossen ein.

Dabei wird beispielhaft das Verhältnis des bekannten  Humanisten Erasmus von Rotterdam sowie des  Theologen und engsten Luther-Freunds Philipp  Melanchthon (Schwartzerdt) zu den Juden dargestellt.  Klar wird aus dieser Zusammenschau: Luther, bis heute  der Kopf der nach ihm benannten Kirche, war der  übelste und wirkmächtigste Antisemit seiner Zeit.