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Theo Ebert feiert 80. Geburtstag

Zuletzt aktualisiert von bfg Erlangen am 28. Januar 2019 - 16:51
Der heutige Jubilar, Prof. Dr. Theodor Ebert (Foto: Evelin Frerk)

Der begeisterte Philosoph, überzeugte Freidenker, stets auch politische Mensch und langjährige Vorsitzende des Vorstands des Bundes für Geistesfreiheit Erlangen, der emeritierte Professor für Philosophie Theo Ebert, feiert heute seinen 80. Geburtstag. Seitdem er sich vor wenigen Jahren aus Altersgründen auf die Stelle des stellvertretenden Vorsitzenden zurückgezogen hat, lenkt er dennoch die Geschicke des ehemaligen Vereins, der vor zwei Jahren in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts umgewidmet wurde, im besten humanistischen Sinne weiterhin quasi aus der zweiten Reihe mit. Er steht den Vereins- und Vorstandsmitgliedern als guter Freund und aufgrund seines fundierten Wissens auch als geschätzter Berater zur Seite wie er sich auch an der öffentlichen Diskussion in Form von Vorträgen, Gesprächsrunden, Interviews und Leserbriefen nach wie vor beteiligt.
Im Interview mit Gisa Bodenstein in den Erlanger Nachrichten unter der Überschrift "Intellektuelle sollen sich beteiligen" schildert er heute die Begeisterung für seinen Beruf und sein zugleich liebstes Hobby so: "ln der Philosophie kann man frei denken. Mithilfe des eigenen Verstandes hat man eine unbeschränkte Weltsicht, unbeeinflusst von religiösen Dogmen. Das fasziniert mich an der Philosophie." Die Liebe zur Antike steuerte seine Laufbahn angefangen vom altsprachlichen Gymnasium gefolgt vom Studium der Philosophie, Germanistik, Romanistik und klassischen Philologie in Münster, Heidelberg, Paris und Oxford. 
Besonders am Herzen liegt Theo Ebert der Gedanke der Aufklärung, der sich in Aristoteles und Platon bereits in der Antike zeigt und sich bis in die Neuzeit von dogmatisch organisierten Interessengruppen gleichsam bis aufs Messer bekämpft sieht. Darunter hat es ihm speziell der französische Philosoph René Descartes angetan, dessen bis heute umstrittenem Tod Ebert ein – so spannend kann Philosophie sein! – kriminalistisches Werk gewidmet hat.
Daneben hat der Kampf um die Menschenrechte stets sein Denken und Handeln bestimmt, über deren Geschichte ein fundierter Vortrag auf YouTube zu finden ist.
Theo Eberts politisches Leben beginnt mit der SPD, der bald schon die von ihm gegründete Erlanger "Grüne Liste" folgte, für die er auch im Stadtrat saß. Ein weiteres wichtiges Anliegen war ihm die direkte Demokratie nach dem Muster der Schweiz, für die er sich hierzulande im Rahmen der "Aktion Bürgerentscheid" engagierte. Ein ganz zentrales Anliegen ist ihm die Trennung von Staat und Kirche, also den säkularen Staat, den er seit langem von den politischen Parteien nicht mehr vertreten sieht, was ihn bereits 1980 zum Eintritt in den bfg Erlangen bewog. Nach dem erfolgreichen Einsatz gegen die sog. Konkordatslehrstühle, also nicht-theologische Lehrstühle an staatlichen Universitäten, bei deren Besetzung die katholische Kirche dennoch ein Mitspracherecht hatte, zog es ihn in die bundesdeutsche "Aufklärung", für die er sich als wissenschaftlicher Beirat der Giordano Bruno Stiftung, ein Netzwerk freigeistiger Intellektueller , das sich selbst als "Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung" versteht, bis heute engagiert.
Mitglieder und Vorstand des bfg, aber ganz sicher auch viele seiner Diskussionspartner wünschen dem nimmermüden Unruhegeist Theo Ebert von Herzen alles Gute und vor allem Gesundheit! 

Veröffentlichung des Fotos aus "WhoIsHu" mit freundlicher Genehmigung von Evelin Frerk